Die Welt von Nymara ist voller uralter Mythen und Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Eine der bekanntesten Legenden ist die von Gromar dem Gierigen, einem einst mächtigen Fürsten, dessen unersättliche Gier sein eigenes Schicksal besiegelte. Diese Erzählung ist nicht nur eine Warnung vor der Macht des Hungers nach Reichtum, sondern auch ein düsteres Kapitel in der Geschichte von Nymara.
Die Geburt eines Tyrannen
Gromar wurde als Sohn eines wohlhabenden Stammesführers geboren. Schon in jungen Jahren zeigte er eine außergewöhnliche Intelligenz und eine unstillbare Neugier – doch diese Eigenschaften wurden bald von einem dunklen Verlangen überschattet: der Gier nach mehr. Während sein Vater ein gerechter Herrscher war, der sein Volk mit Wohlwollen führte, suchte Gromar nach Wegen, seinen eigenen Reichtum und seine Macht auszubauen, egal zu welchem Preis.
Als sein Vater starb, übernahm Gromar die Herrschaft. Doch statt den Wohlstand seines Volkes zu mehren, trieb er es in den Ruin. Er erhöhte die Abgaben, plünderte die Felder und zwang seine Untertanen, ihm alles zu geben, was sie besaßen. Seine Gier kannte keine Grenzen, und bald wurde er in ganz Nymara als „Gromar der Gierige“ bekannt.
Der Fluch des alten Weisen
Eines Tages kam ein alter, blinder Weiser zu Gromars Palast. Er bat um ein wenig Brot und Wasser, doch Gromar lachte nur und jagte ihn davon. Der Weise jedoch blieb stehen und sprach eine Prophezeiung aus:
„So wie du deinen Reichtum mit Gier anhäufst, so wird dein Hunger niemals gestillt werden. Dein Besitz wird sich mehren, doch dein Herz wird leer bleiben. Am Ende wirst du nichts besitzen außer deiner eigenen Verzweiflung.“
Gromar lachte über die Worte des Weisen und ignorierte seine Warnung. Doch von diesem Moment an begann sich sein Schicksal zu wenden.
Der unendliche Hunger
Trotz all seines Reichtums spürte Gromar plötzlich eine unaufhörliche Leere in sich. Kein Festmahl konnte ihn sättigen, keine Schätze konnten ihn glücklich machen. Egal wie viel Gold er häufte, es schien ihm wertlos. Er ließ sich Edelsteine bringen, baute riesige Paläste aus purem Gold, doch sein Herz blieb kalt und leer.
Nach Jahren der Rastlosigkeit und des unstillbaren Hungers zog sich Gromar in die tiefen Höhlen unter seinem Palast zurück. Dort, zwischen seinen unermesslichen Schätzen, wurde er nie wieder gesehen. Manche sagen, er sei verflucht, ewig in Dunkelheit zu leben, seine Reichtümer zu zählen und doch niemals wahre Erfüllung zu finden.
Die Legende lebt weiter
Heute wird die Geschichte von Gromar dem Gierigen als Warnung erzählt. Viele glauben, dass sein Geist noch immer in den Ruinen seines einst prächtigen Palastes umherwandert, auf der Suche nach dem, was er in seinem Leben nie fand – Zufriedenheit.
Die Legende lehrt, dass wahre Größe nicht im Besitz von Gold liegt, sondern im Teilen, im Mitgefühl und in der Weisheit. Gromars Schicksal bleibt eine ewige Mahnung an all jene, die sich der Gier hingeben.
So lebt die Sage von Gromar dem Gierigen weiter und erinnert uns daran, dass wahre Reichtümer nicht in Gold, sondern im Herzen liegen.





